Egon Müller

Der Jahrgang 2021 im Weingut Egon Müller-Scharzhof

Winter once again was mild with plenty of rain in December, January and February. It wasn't enough however, to balance the water deficit from the previous string of hot and dry years. February began cold with some snow but quickly it became very warm with temperatures reaching 18°C. Concerned by...

Der Jahrgang 2021 im Weingut Egon Müller-Scharzhof

Winter once again was mild with plenty of rain in December, January and February. It wasn't enough however, to balance the water deficit from the previous string of hot and dry years. February began cold with some snow but quickly it became very warm with temperatures reaching 18°C. Concerned by the ever earlier start of vegetation in recent years, we pushed through with the winter work, but the beautiful weather did not last long. From March through May it was colder than average.From May 14 to 26 it was rainy but otherwise quite dry.

June was beautiful without extreme heat. Flowering began late, but proceeded quickly. Due to the dry conditions, we only started spraying on 22 June when flowering was almost finished.

 On July 14, heavy rain, mainly over the Eifel, caused unprecedented flooding. It was worst on the Ahr but Kyll and Sauer also rose very quickly to never seen highs with great damage. The Saar, on the other hand, which rises in the Vosges, was hardly affected.

The persistent humidity caused enormous Downy Mildew pressure. We sprayed systemically on July 16 and 17 and, after further heavy rains, on the 27th/28th. This treatment, the 4th, which was supposed to be the last, came a day late and there were infections on the grapes. We estimate the loss at about 20% and we had to treat the most heavily affected vineyards a fifth time.

August was very cool and humid, the young leaves continued to be infected by Mildew and verraison didn’t begin until the middle of the month. As the grapes softened, it became apparent that there were unusually big differences in ripeness even in adjacent plots, which appeared to be due to the mode of cultivation of the vineyards and the level of yield.

September was warm, dry and sunny. October was also nice and mostly warm.

We started the harvest on October 11th, 3 weeks later than 2020. (In the 80s, that would have been considered early.) At the beginning of October it had rained a bit and the previously very healthy grapes began to rot. The sugar levels were consistently pleasing, acidity was after the cold August very high and the grapes were particularly aromatic.

About half of our harvesting team were first-timers. Since there was not much noble rot overall, it turned out to be very difficult to train the new pickers. Therefore, we formed a selection team, with the most experienced pickers harvesting the Botrytis grapes while the main crew picked the remaining grapes behind them.

We finished the harvest on October 28th. The average yield is 30 hl/ha, the sugar levels are higher than in 2020 but do not reach the level of 2019, and the acidity gives the wines an almost electrical tension, which, in combination with the brilliant flavors, gives reason to hope for a very special vintage.

 

Der Jahrgang 2020 im Weingut Egon Müller-Scharzhof

 

Wieder gab es keinen richtigen Winter. Im Oktober 2019, während der Traubenlese, hatte es nach langer Trockenheit kräftig geregnet und auch November und Dezember waren nass, aber eher mild. Der Januar war weitgehend trocken, erst gegen Ende des Monats fiel nennenswerter Niederschlag aber dann regnete es durchgehend, bis in den März. Dabei blieb es sehr warm und ab Mitte März schien die Sonne fast ununterbrochen.

Die Vegetation begann sehr früh, die ersten Blüten beim Riesling konnte man am 12. Mai finden. Dann bremste ein kurzer Kälteeinbruch die Natur: Am 12. Mai gab es nach Regen leichten Frost, der in unseren Weinbergen aber nur sehr begrenzt Schäden verursachte. Die Blüte zog sich dadurch aber hin und war erst am 15. Juni komplett beendet.

Am 5. Juni gab es nach längerer Trockenheit den ersten kräftigen Regen und wir mussten mit dem Pflanzenschutz beginnen. Insgesamt war es sonnig und warm aber es gab hin und wieder Gewitter, die sich bis zum Ende des Monats auf überdurchschnittliche 75 mm summierten. Wir hatten nur Schwefel und Kupfer gespritzt und so mussten wir schon am 15. Juni die zweite Behandlung durchführen. Der Regen hörte Ende Juni auf und der Juli war heiß und trocken. Vom 10. Bis zum 13. Juli haben wir zum dritten und letzten Mal gespritzt.

Während des Frühjahrs befand sich Europa wegen der Corona Pandemie im Lock-down. Unser Frühjahrsteam konnte nicht aus Polen anreisen und wir waren in Sorge, die anstehenden Arbeiten termingerecht ausführen zu können. Im Sommer normalisierte sich die Situation und das schöne Wetter tat ein Übriges. Juli und August waren heiß und trocken, aber es gab keine extreme Hitze. Nur um den 10. August gab es ein paar wirklich heiße Tage und stellenweise Sonnenbrand an den Trauben.

Die Trauben entwickelten sich prächtig und man konnte mit einer großen Ernte rechnen. Aufgrund der Hygieneauflagen mussten wir mit einer relativ kleinen Lesemannschaft planen und wir beschlossen, jedenfalls früh mit der Ernte zu beginnen. In der Woche vor dem geplanten Start verschlechterten sich die Wetteraussichten erheblich und anstatt wie geplant am 21. September, fingen wir schon am 20. mit der Lese an. Die Trauben waren reif aber nicht überreif und es gab keine Edelfäule. Der angekündigte Regen kam erst einmal nicht und wir ernteten eine Woche lang bei bestem Wetter Kabinettrauben.

Am 27. September regnete es dann doch und für uns begann ein Pokerspiel. Wir wollten auf Edelfäule warten, aber schöne, fast sommerliche Tage wechselten sich mit Regentagen ab. Botrytis kam, konnte aber nie richtig eintrocknen und langsam begannen die Säurewerte zu fallen. Wir pausierten mehrmals in der Hoffnung auf besseres Wetter, ernteten dann wieder ein paar Tage und schließlich, am 21. Oktober waren wir fertig.

Wenn ich versuche, in der Vergangenheit einen vergleichbaren Jahrgang zu finden, muß ich passen. Allenfalls lassen sich gewisse Parallelen mit 2016 ziehen: Die makellosen, gesunden, reifen Trauben zu Beginn der Ernte, das Pokerspiel um Edelfäule und schließlich die Kapitulation vor der Natur. Wenn wir auch die Spitzen der letzten 3 Jahre nicht erreichen, darf man doch sicher mit sehr guten Kabinett- und Spätleseweinen rechnen.

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Egon Müller: Faszination und Langlebigkeit Das Weingut Egon Müller liegt direkt am Fusse der legendären 27,3 ha fassenden Lage Scharzhofberg in der Gemeinde Wiltingen, südlich von Trier an der Saar. Die imposante und weltberühmte Lage Scharzhofberg gehört zu den bedeutendsten in ganz Deutschland. Sie liegt rund 100 Meter höher als andere Parzellen der Mosel und profitiert auch von den kühleren Temperaturen der Saar. Die teils noch wurzelechten und über 100-jährigen Riesling-Reben wachsen auf verwittertem Schieferboden. Der ton- und eisenhaltige Untergrund bildet einen optimalen Wasserspeicher und setzt die Grundlage der brillanten Egon Müller-Mineralik. Seit 1797 ist das Weingut im Familienbesitz. Egon Müller bewirtschaftet die 12 ha in der 5. Generation. Er bewahrt die Tradition ohne die Moderne auszuschliessen. Die Faszination dieser Rieslinge ist die Summe der unverwechselbaren Aromatik, der feingliedrigen Säure, der enormen Komplexität und der nie plump wirkenden Süsse. Die Qualitäts- und Kabinettweine brillieren durch ihre Langlebigkeit welche 20 Jahre und mehr erreicht. Spätlese und Auslese erreichen ihre optimale Trinkreife ab rund 20 Jahren und werden danach immer besser. Eine im Februar 2014 degustierte Flasche 1964 Spätlese zeigte sich mit einer niemals erwarteten Frische. Leider sind die Mengen dieser handselektionierten Weine verschwindend klein. Einen Direktverkauf auf dem Weingut gibt es nicht. Seit dem 19. Jahrhundert gelten diese edelsüssen Rieslinge als brillanteste und beste ihrer Sorte und sind die Qualitätsbotschafter deutscher Gewächse in aller Welt.

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