Egon Müller

Der Jahrgang 2019 im Weingut Egon Müller-Scharzhof

 

Der Winter 2018-2019 war mild. Im Dezember gab es sehr viel Niederschlag aber ansonsten war es eher trocken. Januar, Februar und März waren sonnig und recht warm, nur der Mai war kühl und regnerisch. Nach Schneeregen am 4. Mai gab es am 5. Und 6. Jeweils leichten Frost, am ersten Tag klassisch...

Der Jahrgang 2019 im Weingut Egon Müller-Scharzhof

 

Der Winter 2018-2019 war mild. Im Dezember gab es sehr viel Niederschlag aber ansonsten war es eher trocken. Januar, Februar und März waren sonnig und recht warm, nur der Mai war kühl und regnerisch. Nach Schneeregen am 4. Mai gab es am 5. Und 6. Jeweils leichten Frost, am ersten Tag klassisch mit Schäden unten am Berg, am zweiten Tag wurde die kalte Luft von starkem Nordwind über die Berge getrieben. Es gab Schäden oben im Rosenberg, oben im Braunfels und selbst in der braunen Kupp entlang der Grätebach. Die Entwicklung der Weinberge verzögerte sich und erst Ende Mai blühten die ersten Reben. Ein paar sehr warme Tage Anfang Juni beschleunigten das Wachstum und am 20. Juni war die Blüte beendet.

 

Es blieb heiß, vom 23. – 26. Juli wurden Hitzerekorde aufgestellt. Es gab erhebliche Sonnenbrandschäden in den ganz alten Weinbergen und dort, wo kurz zuvor gegipfelt worden war. Dort wo die Triebe noch nicht beschnitten waren, gab es so gut wie keine Schäden. August und September blieben warm und trocken, erst am 20. September drehte das Wetter. Es wurde warm und naß und Botrytis begann, sich auszubreiten.

 

Die Reife der Trauben schritt gut voran und wir bereiteten uns wieder auf eine Traubenlese im September vor. Erstaunlicherweise stiegen die Mostgewichte im September erst einmal nur sehr langsam und die Entscheidung über den Leserbeginn war nicht einfach. Nach einer eher regnerischen Woche begannen wir am 30. September bei schönem Wetter mit der Ernte.

 

Von Anfang an konnten wir edelfaule Trauben selektieren und Zucker und Säure schienen in perfektem Verhältnis. Vom 6. Bis zum 8. Oktober war es regnerisch und wir mussten öfters pausieren. Dann aber wurde es wieder schön und wir ernteten in Saarburg und im Braunfels Trauben für den „Scharzhof“.

 

Ab dem 12. stiegen die Mostgewichte mit zunehmender Botrytis rasant und wir konnten wieder edelfaule Beeren auslesen. Längerfristig waren die Wetteraussichten jedoch nicht gut und wir hielten das Tempo hoch, da wir bei weiterem Regen um die Qualität der Trauben fürchteten. Am 18. Oktober war die Ernte zuende.

 

Seit 2014 waren die Sommer heiß und es war tendenziell zu trocken. Die alten Reben scheinen unter diesen Umständen weniger wiederstandsfähig zu sein und so konnte die Reblaus sich erheblich ausbreiten. In einem unserer alten Weinberge hatten wir schon seit Jahren Reblausbefall festgestellt. Im heißen Sommer 2018 waren viele Stöcke abgestorben und 2019 verschlimmerte sich die Situation so, daß Ertrag und Qualität massiv betroffen waren und wir beschlossen schweren Herzens, diese Parzelle auszuhauen.

 

Die Ernte 2019 ist insgesamt klein, aber von hoher Qualität. Im Durchschnitt haben wir 20 hl/ha geerntet, bei allerdings erheblichen Unterschieden von Weinberg zu Weinberg. Während es in der braunen Kupp fast zufriedenstellende 25 hl/ha waren, kamen wir im Scharzhofberg aufgrund von Frost, Sonnenbrand und Reblaus nur auf 18 hl/ha. Im Unterschied zu 2018 ist 2019 ein klassischer Botrytisjahrgang. Gemessen an der insgesamt kleinen Erntemenge gibt es reichlich Spät- und Auslesen aber sehr wenig Kabinett. Erste Proben lassen einen Vergleich mit dem 99er zu.

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Egon Müller: Faszination und Langlebigkeit Das Weingut Egon Müller liegt direkt am Fusse der legendären 27,3 ha fassenden Lage Scharzhofberg in der Gemeinde Wiltingen, südlich von Trier an der Saar. Die imposante und weltberühmte Lage Scharzhofberg gehört zu den bedeutendsten in ganz Deutschland. Sie liegt rund 100 Meter höher als andere Parzellen der Mosel und profitiert auch von den kühleren Temperaturen der Saar. Die teils noch wurzelechten und über 100-jährigen Riesling-Reben wachsen auf verwittertem Schieferboden. Der ton- und eisenhaltige Untergrund bildet einen optimalen Wasserspeicher und setzt die Grundlage der brillanten Egon Müller-Mineralik. Seit 1797 ist das Weingut im Familienbesitz. Egon Müller bewirtschaftet die 12 ha in der 5. Generation. Er bewahrt die Tradition ohne die Moderne auszuschliessen. Die Faszination dieser Rieslinge ist die Summe der unverwechselbaren Aromatik, der feingliedrigen Säure, der enormen Komplexität und der nie plump wirkenden Süsse. Die Qualitäts- und Kabinettweine brillieren durch ihre Langlebigkeit welche 20 Jahre und mehr erreicht. Spätlese und Auslese erreichen ihre optimale Trinkreife ab rund 20 Jahren und werden danach immer besser. Eine im Februar 2014 degustierte Flasche 1964 Spätlese zeigte sich mit einer niemals erwarteten Frische. Leider sind die Mengen dieser handselektionierten Weine verschwindend klein. Einen Direktverkauf auf dem Weingut gibt es nicht. Seit dem 19. Jahrhundert gelten diese edelsüssen Rieslinge als brillanteste und beste ihrer Sorte und sind die Qualitätsbotschafter deutscher Gewächse in aller Welt.

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